Pinotage: Ein roter Sonderfall

Pinotage: Ein roter Sonderfall

Pinotage – Einen Sonderstatus unter den roten Rebsorten hat der Pinotage – eine südafrikanische Kreuzung aus Pinotage und Cinsault, die in der Kapregion einst Hermitage genannt wurde. Gezüchtet wurde die Rebsorte in 1925 von Abraham Perold, Südafrikaner, Forscher und Universitätsprofessor. Die vier Kerne des gekreuzten Sämlings pflanzte er in seinem Privatgarten. Die daraus gewachsenen Pflanzen wurden einige Jahre später von seinem Nachfolger durch Zufall entdeckt und weiter gezüchtet. Der erste kommerzielle Pinotage-Weinberg wurde 1943 angelegt.

Pinotage ist in seiner geschmacklichen Wildheit und mit robusten Gerbstoffen ein Wein, der die Welt der Weinfreunde spaltet. Die einen mögen ihn, die anderen rollen mit den Augen, wenn sie nur schon den Namen hören. Wer regelmäßig Pinotageweine verkostet, weiß, dass Südafrikas Produzenten die Robustheit der Sorte besser zu bändigen wissen, als noch vor circa 15 Jahren.
Pinotage, ausgebaut als klassische Variante, ist im Duft von tiefdunklen Beerenaromen und herben Teer- oder Gumminoten geprägt. Am Gaumen wirken diese Weine oft etwas harsch. Diese Vertreter verlangen eindeutig nach kräftiger Begleitung, wie z. B. ein saftiges Stück Fleisch, auf offenem Feuer deftig angebraten. Ein moderner Pinotage präsentiert sich feiner und geschmeidiger am Gaumen. Im Duft findet man Aromen von schwarzen Kirschen, Eukalyptus und Minze. Am Gaumen sind sie würzig und doch elegant und tolle Begleiter, wenn Wildgerichte, Springbock oder Lamm serviert werden.
Einzigartig in Südafrika sind die Cape-Blends – rote Cuvées mit Pinotage als Hauptbestandteil des Rebsortenverschnitts. Damit hat Südafrika ein attraktives Dreigestirn an roten Cuvées zu bieten: Bordeaux-Blends von Cabernet geprägt, Rhône-Blends mit Shiraz, Mouvedre etc. sowie die Cape-Blends, ein authentischer Südafrikaner.
Was Pinotage auszeichnet ist das Lagerpotenzial der höherwertigen Weine. Mit zunehmender Reife präsentieren sich die Gerbstoffe wesentlich geschmeidiger und harmonisch am Gaumen. Die feine Frucht kommt deutlicher hervor und die Weine sind nach 10 bis 15 Jahren ein echtes Aha-Erlebnis.

Erfrischend fruchtig hingegen schmecken die Pinotage-Roséweine. Werden die Trauben wie ein Weißwein, sprich ohne Maischegärung verarbeitet, entwickelt sich eine erstaunlich fruchtige und blumige Aromatik. So wird Pinotage – gut gekühlt – eine optimale Wahl zu gegrilltem Fisch und Meeresfrüchten und an warmen Sommertagen. Wer es ganz abgefahren mag, der sollte zum Coffee-Pinotage greifen. Weine, die sowohl im Duft als auch im Geschmack deutlich an Mocca und Kaffeenoten erinnern – ein Weinstil, der zur großen Verwunderung der Weinkenner – als Szenerien, nicht zuletzt auch durch seine witzigen Etiketten, für Furore sorgt.